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Sonntag, 24. November 2013

Jumping-Jack-Canyoning Stuibenfälle (Reutte)

Sommer 2013, könnt ihr euch noch erinnern, erst haben wir ihn vermisst und dann war er plötzlich da. Es sollte der Hitzerekord seit Beginn der Aufzeichnungen geknackt werden, Ventilatoren waren Mangelware und Eis mal wieder meine Hauptmahlzeit. Wir hatten das Glück, unsere freien Tage während des Höhepunkt der Hitzewelle verleben zu dürfen. Abkühlung war also Pflichtprogramm und so ging mit White Mountain zum Canyoning auf die Tour "Who made you" in den Stuibenfällen.

Der zwischen Reutte und dem wunderschönen Plansee gelegene Canyon, der auch den Namen Jumping Jack trägt, bietet sich für Einsteigertouren förmlich an. Man kann ihn an nahezu jeder Stelle verlassen und er setzt keine besonderen Vorkenntnisse oder Fähigkeiten der Canyoninger voraus. Der Zufluss von Jumping Jack erfolgt über einen künstlich angelegten Stausee, weswegen man ihn auch durchqueren kann, wenn es aufgrund des Wasserstandes in anderen Schluchten zu gefährlich ist. Der Archbach, dessen Ursprung in Breitenwang ist, hat über die Jahrtausende die Stuibenfälle in den Kalkstein geschliffen, die uns auf ihren 500 Metern, drei Abseilstellen und ein mannigfaltiges Angebot an Sprüngen in die glasklare, grün schimmernde Gumpen bieten.

Erster SprungDie Leute von White Mountain haben auf dem Campingplatz Sennalpe am Plansee ein kleines Häuschen für die benötigte Ausrüstung, Wertsachen und zum Umkleiden. Der Guide hat einen Rucksack für das Seil dabei und um ggf. kleiner persönliche Dinge der Teilnehmer trocken zu transportieren. Die Ausrüstung wurden vom Veranstalter gestellt und war in gutem Zustand. Wir haben also nur Badesachen und ein Handtuch gebraucht. Danach ging es mit Kleinbussen zum Einstieg in die Stuibenfälle unterhalb des Wasserkraftwerks. Nach der obligatorischen Einweisung, ging es auch gleich ins Wasser und kurz darauf zum ersten kleinen Eingewöhnungssprung in eine glasklare Gumpe.

Der erste Satz war gemacht, was nicht nur für Freunde unter Canyoningern sorgte. Plötzlich fielen wir den umherschwirrenden Bremsen auf, die sofort ihre neuen Freunde begrüssen mussten und so lange Zeit mit ihnen zu verbrachten, bis sie entweder zwischen aufeinanderknallenden Neopren verendeten oder eine neoprenfreie Stelle fanden um ihre Zuneigung zum Ausdruck zu bringen. Als die erste Gumpe durchschwommen war, hiess es Karabiner in den Gurt und fertig machen zum Abseilen.


Seine Höhepunkte beherbergt der Canyon am Anfang seines Verlaufes und daher konnten wir gleich, nach einem kurzen Abschnitt zu Fuss, an der höchsten Stelle unserer Tour, dem großen Stuibenfall, ca. 30 Meter in die Tiefe blicken. An dieser Stelle hat man zwei Möglichkeiten: entweder man seilt den gesamten Fall ab oder man stop auf einer kleinen Platform (rechts im Bild zu sehen), um von dort aus ca. 12 - 13 Meter in die pechschwarze Gumpe zu springen. Die Mutigen bekommen oben noch eine genaue Anleitung und haben die Möglichkeit, sich auf dem Vorsprung für den schnellen, also den seillosen Weg oder den etwas sicheren, den Weg mit Seil zu entscheiden.




Hat man den Sprung gut überstanden, macht Jumping Jack in weiteren Verlauf seinem Namen alle Ehre. Es wechseln sich ständig Sprünge mit Gehabschnitten ab. Also heisst es rein ins Wasser, raus dem Wasser, rein ins Wasser, raus und so weiter.












Das Jumping-Jack-Canyoning in den Stuibenfällen ist meiner Meinung nach genau das Richtige für Einsteiger und Leute die einfach Spass am Canonying haben. Aufgrund der rauen Struktur des Kalksteins, gibt es leider nur wenig und sehr kurze Rutschgelegenheiten, was aber dem Spass an dem Canyon, seinen wundervollen Wasserfällen und den glasklaren Gumpen nichts abtut. Für die Tour sollten man 3 - 4 Stunden einplanen, trittsicher sein und schwimmen können.

Gehzeit

Die Gehzeit durch den Canyon hat bei uns ca. 4 Stunden gedauert. Für alles sollte man 5 Stunden einplanen.

Ausrüstung

  • Neoprenanzug (gestellt)
  • Neoprenschuhe (gestellt)
  • Helm (gestellt)
  • Gurt (gestellt)
  • Badesachen
  • Handtuch
  • ggf. Getränk

Sonntag, 4. August 2013

Rafting Ötztal Teil 1 - Imster Schlucht

Vor ein paar Wochen hat es mich ins Ötztal zum Raften verschlagen. Ziel war es ein Schlauchboot unbeschadet und auf der richtigen Seite durch die österreichischen Gewässer der Imster Schlucht, Ötztaler Ache und der Sana zu steuern. Hierbei sollten wir durch das Team von Faszinatour unterstützt werden, dass sich um unser Wohlergehen am Ufer und auf dem Wasser gekümmert hat. Wasser bedeutet in dem Fall Fließgewässer, welches, die Coolness des Guides vorausgesetzt, zu einem ziemlich spannenden Unterfangen werden kann und was soll ich sagen, unsere Guides Doug und Marcel waren sehr cool und haben uns gefühlt in jede Stromschnelle hinein, beispielhaft hindurch und noch heraus geführt. Am Ende ist Keiner ohne das absichtliche Zutun seiner Boots-"Kameraden" baden gegangen, was nicht heißt, dass wir nicht nass geworden sind. :-) Hier der Teil 1 - die Imster Schlucht

Rafting, laut Wikipedia, eine Wassersportart bei der man in einem Schlauchboot (Raft) einen Fluss höherer Wildwasserschwierigkeitsgrade befährt. Betreut wurden wir dabei von dem Team von Faszinatour Outdoor Events, die uns ein unvergessliches Wochenende bescherten.

Am Freitagabend begann das Wochenende mit einem gemeinsamen Essen der ganzen Gruppen im "Platschnass Stadl" in Haiming, dem Standort der Agentur. Wir hatten das rundum sorglos Paket mit Abendessen am Freitag und "Grillen" am Samstag gebucht. Nach einer reichlichen Mahlzeit, wurden den Teams die jeweiligen Startzeiten für den nächsten Morgen und der Guide zugewiesen. Danach waren alle Formalitäten erledigt und die Aspiranten konnten noch am Lagerfeuer im Innenhof etwas entspannen und ihren Bedenken und Gefühlen freien Lauf lassen. Wir haben uns für Rauchen und den Genuss des ein oder anderen kühlen Biers entschieden.

Am Samstag ging es dann um 10:30 Uhr los. Nachdem wir uns in Helm, Neopren-Anzug + Schuhe und Schwimmweste gezwängt hatten, wurden die Teams mit dem Bus zum Einstieg in die Imster Schlucht gefahren. (Neopren-Schuhe übrigens immer eine Nummer kleiner nehmen. Es ist leichter wieder ins Boot zu klettern, wenn man nicht den halben Fluss in den Schuhen hat) Die Imster Schlucht ist ein ca. 14 km langer Flussabschnitt des Inn und ist mit Wildwasserschwierigkeitsstufe III als schwierig eingestuft. Soweit die Theorie, sie dient häufig als Warm-Up für die Ötztaler Ache, die ein gutes Teamwork und die richtige Umsetzung der Kommandos voraussetzt.

Ein paar grundlegende Rafting-Kommandos wie Rudertakt angeben, links bzw. rechts paddeln und die Gewichtsverlagerung auf eben diese Seiten gab es noch am Ufer. Die richtige Schwimmtechnik für den Fall, dass man aus irgendeinem Grund Ganzkörperkontakt mit dem entsprechenden Fließgewässer haben sollte, wurde anschließend noch an der flachen Einstiegsstelle geprobt und danach waren wir wohl soweit. Die Imster Schlucht hieß uns mit anfänglich ruhigem Wasser willkommen und gab uns noch etwas Zeit das eben Gelernte auf dem Wasser zu vertiefen. Diese Gastfreundschaft hielt aber nicht lange an und gleich in der ersten Stromschnelle fegte die erste Welle über unserer Helme hinweg und ließ mich gleich das Paddeln und das Taktangeben vergessen. Mein Körper priorisierte ganz klar Luftschnappen vor "Eins, Zwei, Drei" rufen. Kurz danach der Gedanke: "Das kann ja heiter werden". Auf dem Weg zur nächsten größeren Stromschnelle, dem "Roller Coaster", hatten wir Gelegenheit das "Wildwasserschwimmen" und das Flippen, also das Kentern des Rafts, zu trainieren. Danach hieß es wieder nass werden und Spaß haben. Nach dem "Rohrbrückenschwall" („Roller Coaster“ auf deutsch) wird der Fluss etwas aufregender, Stromschnellen, kleine Walzen und mögliche Kehrwasser wechseln sich ab und man bekommt ein Gefühl für das Raft, das Team und den Fluss. Die einstige Schlüsselstelle des Flusses, die sagenumwobene "Memminger Walze", wurde leider weggebaggert und konnte uns nicht mit ihren Wellen erfreuen. Der Ausstieg war direkt in Haiming. Ein gelungener Auftakt der Lust auf mehr gemacht hat ...