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Dienstag, 18. März 2014

Die Sportabzeichenehrung 2013 ...

... endlich ist es soweit: am 13. März 2014 hatte die Stadt Nürnberg die lokale Sportelite zur verdienten Ehrung geladen. Die Ausnahmesportler, welche sich aufopfernd das gesamte letzte Jahr geschunden und im Schweiße ihres Angesichts für sportliche Erfolge gekämpft haben, die an - ach was sage ich - über ihre Grenzen hinausgingen, um das eine große Ziel zu verwirklichen, wurden in die sagenumwobene Ehrenhalle des Nürnberger Rathauses geladen. Dort sollte es endlich den Lohn für Transpiration, Schmerz und Tränen geben ... nur nicht für alle, ein Kollege und ich standen nämlich nicht auf der Gästeliste :-).

Hatte wir diese Ehre etwa nicht verdient? Wollte man uns nicht in diesen achtbaren Reigen eklektischer Athleten haben? Unser Antrieb, unser Wunsch, unser Traum gemeinsam mit Joey Kelly unsere ausgeglichene sportliche Leistungsfähigkeit zu zelebrieren ... erloschen, in einem Augenblick einfach zerplatzt. Dabei hätte doch alles so schön werden können ... wir hätten zum hundertjährigen Jubiläum des Sportabzeichens mit Stolz und geschwollener Brust diese Auszeichnung entgegengenommen und uns sicherlich die ein oder anderer Tränen verdrücken müssen, wenn der zweite Bürgermeister der Stadt uns beglückwünscht hätte. Danach hätten wir gemeinsam mit unserer neuen Sportabzeichen-Familie bei alkoholfreiem Champagner und Low-Carb-Buffet über die Leistungen unserer Brüder und Schwestern in Sotschi fachsimpeln können. Doch es kam anders.

Nachdem wir es durch einen Anruf bei der Stadt Nürnberg doch noch auf die Gästeliste geschafft hatten, mussten wir schnell feststellen, dass wir am Ende der Ehrung immer noch nicht aufgerufen wurden. Das heißt mein Kollege wurde schon aufgerufen, nur unter einem etwas verunstalteten Namen. Details. Etwas überrascht war er allerdings, als es vom Redner keine Urkunde gab: vergessen, wird aber schnell postalisch nachgereicht. Hoffentlich an den richtigen Namen ;-) Aber immerhin wurde er überhaupt aufgerufen, eine Ehre, die mir nicht zuteil wurde. Als ich dann nach einem sportlichen Intermezzo des Post SV, nur aufgrund des Zutuns eines Kollegen, doch noch aufgerufen wurde, war der Bürgermeister recht verblüfft, dass er noch mal zum Fototermin beordert wurde. Noch größere Verwirrung stand in seinem Gesicht, als ich seine Frage wer ich jetzt sei damit beantwortete, dass ich gerade am Rathaus vorbeiging, neugierig war, das Brezen-Buffet mit dem Sekt gesehen habe und dieser Versuchung nicht widerstehen konnte.

Von unserer Vierergruppe wurde lediglich ein Sportfreund ohne einen Fauxpas ausgezeichnet, aber genau aus diesem Grund hatten wir aber einen sehr lustigen und unvergesslichen Abend. Liebe Stadt Nürnberg, danke dafür, aber für die Zukunft und wie so häufig im Sport: üben, üben, üben !!!!!!!

Samstag, 12. Oktober 2013

Go for Gold …

Sportabzeichen
… es hat geklappt, am letzten Samstag, dem 5.10.2013, stand die letzte Prüfung für das Sportabzeichen an, Disziplingruppe: Schnelligkeit, Disziplin: Schwimmen und obwohl ich nicht kraulen kann, war es mir nach 25 Metern möglich unter 24 Sekunden an den Beckenrand des Langwasserbades zu schlagen: 3 Punkte. Geschafft, das war es ... Zeit ein kurzes Resümee zu ziehen.

Die letzten vier Wochen haben wirklich Spaß gemacht. Zum einen der Austausch mit anderen Abzeichen begeisterten Sportlern über Ergebnisse, das Mitfiebern bei Freunden, die Verwunderung von Außenstehenden und die Ungewissheit ob man die gesteckten Ziele erreicht. Unser Ziel war, in den verbleibenden vier Wochen der Abzeichen-Saison, das maximale Ergebnis zu erzielen: Gold. Das ist uns, trotz Verletzungen, Fragen nach dem Warum und Abwägungen, ob wir uns in einer vorzeitigen Midlife-Crisis befinden und uns das deswegen antun, gelungen. Klingt als wäre es gar nicht so schwer. Stimmt, meiner Meinung nach kann ein halbwegs sportlicher Mensch das Abzeichen ablegen. Das ist gerade das Schöne nach der aktuellen Umstrukturierung. Jeder Aspirant, findet in den Diziplingruppen mind. eine Disziplin in der er Stärken hat. Nur so war es uns möglich ohne größere Vorbereitung und im gegebenen Zeitrahmen die entsprechende Punktzahl zu erzielen. Mit dieser Gestaltungsmöglichkeit wird es nächstes Jahr noch etwas spannender. Da wir 2014 mehr Zeit für das Training und auch für die Abnahme haben, werden wir uns die zu prüfenden Disziplinen gegenseitig festlegen. Die einzige Regel dabei ist, dass die Sportart, die dieses Jahr ausgewählt wurde, nicht mehr ausgekoren werden darf. Spätestens wenn wir uns bei 30 Grad beim Bodenturnen in der Halle wiederfinden, werden wir die Idee nicht mehr so lustig finden. Es bleibt also spannend.

Das alles wäre aber nicht möglich gewesen, wenn es keine ehrenamtlichen Helfer gäbe, die Woche für Woche auf dem Sportplatz stehen und die Aspiranten unterstützen. Ich habe dazu im Rahmen der „100000 Schritte Challenge“ von Marathonfitness den kleinen Bericht „Wir haben uns motiviert, Spaß gehabt und alle gemeinsamgewonnen“ geschrieben.

Dieses Jahr bestand unser Team aus vier Aspiranten, zwei davon haben das Abzeichen in Gold. Ich bin gespannt wer nächstes Jahr mit von der Partie sein wird. 

Samstag, 14. September 2013

Deutsches Sportabzeichen: Die erste Trainingseinheit ...

... war sehr ernüchternd. Das Positive zuerst: Gold bekommt man nicht geschenkt oder war das das Negative?

Wie dem auch sei, das Ziel des ersten Trainings war den Fahrplan für die nächsten zwei Wochen festzulegen und in den Disziplingruppen Ausdauer, Kraft, Koordination und Schnelligkeit die richtige Disziplin zu finden. Im Bereich Ausdauer war ich mir sicher, die 10 Kilometer vom Nürnberger Stadtlauf anerkennen lassen. Kraft? Kugelstoß oder Medizinballwurf, Steinwurf erscheint mir etwas obskur, Bodenturnen ... na ja, ist eben Bodenturnen. Bei den guten alten Spartakiaden war ich auf 60 Meter immer einer der Schnellsten, dass sollte sich auf 100 Meter leicht übertragen lassen. Bleibt noch die Koordination übrig: Weitsprung, Seilspringen, Hochsprung. In dieser Reihenfolgen mit der Hoffnung, dass eine Disziplin passen wird.

An jedem Freitag hat man die Möglichkeit in Nürnberg für das Abzeichen zu trainieren. Die Möglichkeit haben bedeutet, dass man sich offiziell auf einem Sportplatz aufhalten darf und dabei diverses Sportgerät der angehörigen Schule benutzen kann - sofern die Verletzungsgefahr gering ist. Das war dem kettenrauchenden Platzwart nämlich sehr wichtig und daher wurde uns "nur"  Medizinball, Maßband und Harke zur Verfügung gestellt (ein Klick auf die Links könnte sich lohnen).

Medizinballweitwurf
Somit konnte ich herausfinden, ob Medinzballwurf im Bereich Kraft die Übung meiner Wahl werden würde und das wurde sie. Mit einer etwas ungewöhnlichen Technik habe ich den 2,5 kg schweren Ball ein paar Meter über die Goldmarke werfen können. Die erste Disziplin stand also fest.

Die nächste Übung war einer meiner ehemaligen Angstdisziplinen, der Weitsprung. Ich weiß heute noch wie meine Sportlehrer immer gesagt haben: "Nicht messen, übergetreten", "ungültig", "letzter Versuch, 5cm übergetreten". Otto würde sagen, da waren sie wieder meine drei Probleme. Die ersten drei Versuche waren nämlich ungültig und wenn ich glücklicherweise nicht über die Absprungmarkierung getreten bin, tauchten mein Füsse im Bereich Bronze in den gefährlich glatt geharkten Sand. Nach diesem ernüchternden Ergebnis, entschied ich mich in der Disziplingruppe Koordination für Seilspringen. 60 Jogging-Steps sollten möglich. Also, neuer Termin am Samstag: Sprungseil kaufen.

Das Ziel der 100 Meter
Blieb also nur noch der Bereich Schnelligkeit. Problem? Nicht wirklich. Mein alte Paradedisziplin, da muss auf Anhieb Gold möglich sein.  Das die Strecke nun 40 Meter länger ist und das 15 Jahre zwischen meinem letzten Lauf und heute vergangen waren, sind Details, die mir erst ab Meter 61 in den Kopf kamen. Somit konnte ich die restlichen 39 Meter nutzen, um über eine Alternative nachzudenken. Auf Zeit Radfahren wird mit einem Mountainbike schwierig und ich kann nicht Kraulen, daher ist Schwimmen auch nicht das Richtige für mich. Also durchziehen, Gas geben, die letzten Kräfte mobilisieren, es tut weh, egal ich habe ja jetzt die Produkte von Lavit :-) , kann also nichts passieren. Doch ... zu langsam: Bronze. Da waren sie also wieder meine drei Probleme: Keine Alternative in der Disziplingruppe, zuwenig Zeit für Training und Schmerzende Oberschenkel.

So ausgeglichen ist also meine sportlich Leistungsfähigkeit nicht Herr Kelly, aber dennoch: Go for Gold.

Dienstag, 3. September 2013

100 Jahre Deutsches Sportabzeichen ...

... und ich habe es beinahe zu spät erfahren. Am 7. September 1913, also fast auf den Tag genau vor 100 Jahren, wurde die ersten 22 deutschen Sportabzeichen in Berlin vergeben. Dieses Jahr erfuhr die traditionelle Auszeichnung eine Umstrukturierung und gründet nun auf den "motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination". 

Eigenschaften die wohl in meiner Kindheit noch nicht so ausgeprägt waren. Was habe ich sie gehasst: Sportfeste, in der Deutschen Demokratischen Republik immer heroisch Spartakiade genannt. Die Cineasten denken jetzt vielleicht, je nach Vorliebe, an Gerard Butler oder Lea Headey aus dem Film 300, allerdings besagt die Etymologie des Wortes etwas anders. Spartakiade ist eine Ableitung aus Olympiade und Spartakus, dem Paradebeispiel eines Klassenkämpfers, der als unterdrückter Proletarier der Sklaverei der Römer entkam. Doch wieder etwas für die Cineasten unter uns, die das sich aus der gleichnamigen Serie bestätigen können. 

Jedenfalls mussten wir, als Jungproletarier, uns bereits gegeneinander in den Arenen unseres kleinen Landes messen und wer nicht als Sieger hervorging, konnte sich je nach sportlicher Leistung mit dem Sportabzeichen der DDR "Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat" brüsten. Wenn ich mich recht erinnere, hat es bei mir ab und an für Silber und Bronze, aber niemals für Gold gereicht. Das will ich jetzt nachholen ...

... was brauche ich? Der Aspirant muss aus jeder der oben genannten Grundfähigkeiten, die in sogenannten Disziplingruppen zusammengefasst werden, eine Disziplin auswählen. Obligatorisch ist die Schwimmfertigkeit, die entweder innerhalb der Disziplingruppen Ausdauer und/oder Schnelligkeit abgelegt werden kann oder als allgemeine Schwimmfertigkeit von jedem Bademeister geprüft werden kann. Folgende Disziplinen stehen zur Auswahl:

Disziplingruppe Ausdauer
  • 3.000 m Lauf
  • 10 km Lauf
  • 7,5 km Walking
  • 20 km Radfahren
  • Schwimmen
Disziplingruppe Kraft
  • Medizinballwurf
  • Kugelstoßen
  • Steinstoßen
  • Standweitsprung
  • Gerätturnen
Disziplingruppe Schnelligkeit
  • 50 m- und 100 m-Lauf
  • 25 m Schwimmen
  • 200 m Radfahren
  • Gerätturnen
Disziplingruppe Koordination
  • Hochsprung
  • Weitsprung
  • Zonenweitsprung
  • Schleuderball
  • Seilspringen
  • Gerätturnen

Was ich auswähle, muss ich mir noch gut durch den Kopf gehen lassen und schließen möchte ich mit den Worten von Joey Kelly: „Das Deutsche Sportabzeichen ist für mich eine Auszeichnung für meine ausgeglichene sportliche Leistungsfähigkeit.“ in diesem Sinne: Go for Gold